Dante Domain Manager
Audinate bietet mit Dante verschiedene Software-Tools für Konfiguration, Routing und Monitoring von Audio‑ und Video-over-IP, wobei der Dante Domain Manager (DDM) die zentrale Management‑ und Sicherheitsinstanz für Dante-Netzwerke darstellt. DDM erweitert klassische Dante-Setups um Benutzer- und Rechteverwaltung, domänenbasierte Strukturierung, geroutete Netze (Layer‑3) und zentrale Überwachung.
Rolle des Dante Domain Managers im Dante-Ökosystem
Dante Domain Manager ist eine serverbasierte Software, die als zentrale Schaltstelle zwischen Dante-Geräten, Dante Controller und der vorhandenen Netzwerk-Infrastruktur agiert. Er ergänzt Dante Controller, das weiterhin für die eigentliche Signal-Routing-Konfiguration genutzt wird, um Funktionen für Sicherheit, Segmentierung und Skalierung.
Domänen, Strukturierung und Layer‑3-Routing
Ein Kernkonzept sind „Dante Domains“: logische Gruppen aus Dante-Geräten, die z. B. Räumen, Bereichen, Gebäuden oder Funktionen (PA, Konferenz, Paging, Aufnahme) zugeordnet werden. Domains erlauben eine klare Trennung von Teilbereichen innerhalb eines physikalisch gemeinsamen Netzes und ermöglichen es, Audio- und Videoströme kontrolliert über Subnetz- und Routergrenzen hinweg zu führen.
Benutzerverwaltung, Rollen und Sicherheit
DDM führt eine Benutzer-Authentifizierung und rollenbasierte Rechteverwaltung in Dante-Netzwerken ein. Benutzer sehen und konfigurieren nur die Domains und Geräte, für die sie explizit freigeschaltet sind; die Rechte lassen sich fein granular pro Domain und Benutzerrolle definieren. Für Unternehmensumgebungen stehen Integrationen zu LDAP/Active Directory zur Verfügung, um bestehende Benutzerverzeichnisse zu nutzen.
Überwachung, Protokollierung und SNMP
Über ein webbasiertes Dashboard stellt Dante Domain Manager den Zustand des Dante-Netzwerks dar, einschließlich Alarmen, Gerätestatus und eventuellen Routing- oder Clocking-Problemen. Ein Audit-Log zeichnet Änderungen an Konfigurationen, Benutzeraktionen und Gerätestörungen auf und erlaubt Filterung nach Gerät, Benutzer, Domain, Ereignistyp oder Zeit. Zusätzlich kann DDM Warnmeldungen via E‑Mail oder SNMP an externe Monitoring-Systeme weitergeben.
Lizenzmodelle und Ausbaustufen
Dante Domain Manager ist in mehreren Editionen erhältlich (z. B. Silver, Gold, Platinum), die sich in der maximalen Anzahl unterstützter Geräte (Nodes), Domains und Zusatzfunktionen unterscheiden. Die kleineren Editionen adressieren typische Installationen wie Studios, Gotteshäuser oder kleinere Festinstallationen, während die größeren Ausbaustufen für Campus-, Stadion-, Corporate- und andere unternehmenskritische Netze ausgelegt sind. Die Lizenzierung erfolgt zeitlich befristet (Subscription) oder als unbefristete Lizenz mit Wartungsoption.
Systemanforderungen und Integration
DDM wird als Software auf einem Windows- oder Linux-Server bzw. als virtuelle Maschine im vorhandenen Rechenzentrumsumfeld betrieben. Alle Dante-Geräte im Netz müssen für die Nutzung mit Domain Manager kompatible Firmwareversionen besitzen und dem System einmalig „enrolled“ werden, bevor sie in Domains organisiert und Benutzern zugewiesen werden können.
Typische Einsatzszenarien
Dante Domain Manager richtet sich an Installationen, in denen Sicherheitsanforderungen, organisatorische Trennung und Skalierbarkeit über einfache „Flat Network“-Setups hinausgehen. Beispiele sind Campus- und Hochschulnetze, Unternehmenszentrums- und Konferenzumgebungen, Broadcast‑ und Produktionsstätten sowie Stadien und öffentliche Einrichtungen, in denen viele Dante-Geräte über mehrere Segmente und Gebäude verteilt betrieben werden.